«Die Jahrgänger - Robert Durrer und Franz Odermatt»: Ein Palaver von Brigitt Flüeler und Peter Steiner

An Maria Empfängnis, dem 8. Dezember 2017, begaben sich Brigitt Flüeler und Peter Steiner auf Spurensuche von zwei aussergewöhnlichen Persönlichkeiten:

Geboren im gleichen Frühjahr vor 150 Jahren, hinterliessen Robert Durrer (1867-1934) und Franz Odermatt (1867-1952) vielfältige Spuren in Politik, Wissenschaft und Kultur. Der eine war Staatsarchivar und Historiker mit akademischer Bildung, der andere Landschreiber und Literat mit der Natur als Lehrmeister. Beide wichen von dem ab, was landeskonform gewesen wäre, provozierten und polemisierten, produzierten aber auch ein vielfältiges Schriftwerk. Während dem einen in Stans Gedenktafeln und gar ein Strassenzug gewidmet worden sind, fiel der andere fast gänzlich in Vergessenheit.

Brigitt Flüeler und Peter Steiner fesselten mit ihrem interessanten und abwechslungsreichen Palaver die zahlreich anwesenden Gäste. Der Festsaal im Dachstock der Rosenburg war bis auf den letzten Platz besezt.

Die Versanstaltung fand statt in Kooperation mit dem lit.z Literaturhaus Zentralschweiz.

Rückblick: Herbstversammlung

Am Montag, 20. November referierte Daniel Krämer anlässlich unserer Herbstversammlung vor voller Aula äusserst interessant und gehaltvoll zum Thema «Die letzten Hinrichtungen und die Abschaffung der Todesstrafe in Nidwalden».

Franz Joseph Käslin, Melchior Joller und Karl von Deschwanden weisen auf den ersten Blick keine Gemeinsamkeiten auf. Während Franz Joseph Käslin ein kleiner Dieb war, der zu Beginn des
19. Jahrhunderts öfters Lebensmittel stahl, gehörten die beiden liberalen Fürsprecher um 1850 zu den brillantesten Köpfen Nidwaldens. Und doch sind sie über die Geschichte der Todesstrafe untrennbar miteinander verbunden. Käslin ging am 29. April 1817 als letzter Hingerichteter in die Annalen des Kantons ein, Joller und Deschwanden trugen mit ihren Plädoyers im Fall Bali im Jahr 1856 massgeblich zur Humanisierung des Strafrechts und zur Abschaffung der Todesstrafe bei.

Der Vortrag ging den Spuren der letzten Hingerichteten nach und suchte nach Indizien, weshalb Nidwalden derjenige Kanton in der Schweiz ist, in dem die letzte Hinrichtung am längsten zurückliegt.

Rückblick: «Herbstwanderung»

Am Samstag, 16. September 2017, lud der Historische Verein Nidwalden (HVN) in die Kirche Wolfenschiessen: Dieses Jahr wurde nicht gewandert, aber dafür gab es viel zu sehen und zu hören. Im Zentrum stand Bruder Konrad Scheuber. Der Enkel von Bruder Klaus, 1481 in Altzellen geboren und 1559 in seiner Klause auf der Bettelrüti gestorben, lebte wie sein Grossvater als Eremit und war ein weitherum gesuchter Ratgeber und Mahner.

In der Sakristei zeigten Sigrist Klaus Zumbühl und der in Zürich lebende Wolfenschiesser, der Künstler Jos Näpflin, Gegenstände aus dem persönlichen Besitz von Bruder Konrad Scheuber. Brigitt Flüeler führte durch Bruder Scheubers Klause und erklärte die ausgestellten Votivtafeln. Und um 15 Uhr präsentierte Christoph Baumgartner in einem Kurz-Vortrag alles Wesentliche zu Leben und Wirken des beinahe vergessenen Nidwaldner Landespatrons.

Insgesamt erfreuten sich über 50 Besucherinnen und Besucher an unserem Gedenkanlass!

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Rückblick: Veronika Gut - Theaterbesuch auf dem Ballenberg

Ob Veronika Gut, die Vaterländerin und Gegnerin der Französischen Revolution, es wohl passend gefunden hätte, dass ein Car voll HVN-Mitglieder ausgerechnet am 14. Juli, dem Nationalfeiertag der Franzosen, auf den Ballenberg gefahren ist, um sich das Stück anzusehen, das ihren Namen trägt?

Auf der Hinfahrt hat Vorstandsmitglied Agi Flury den Exkursionsteilnehmerinnen und -Teilnehmern die historische Veronika in Erinnerung gerufen, und auf dem Ballenberg erzählte Andreas Berger, der Autor, von der Arbeit am Theaterstück. Herzlichen Dank den beiden sowie auch den Organisatoren der Fahrt, Markus Portmann, Josef Bernasconi und Peter Steiner.

Rückblick: Öffentlicher Vortrag und Jahresversammlung

Das Frühwerk des Künstlers Hans von Matt, sein Leben und seine Freunde, die in Stans vor 100 Jahren von Dada und Avantgarde inspirierte Feste feierten, waren Thema des Vortrags von Regula Odermatt-Bürgi an der Jahresversammlung vom 29. Mai. In intensiver, akribischer und engagierter Forschungsarbeit hat sie sich mit dieser Epoche im Schaffen von Hans von Matt auseinandergesetzt. Das zahlreich anwesende Publikum dankte ihr für den interessanten, reich bebilderten Vortrag «Ein Sprutz Dada? Ein Hauch Avantgarde? Hans von Matt: seine Feste, seine Freunde in den wilden Zwanzigerjahren» mit grossem und lange anhaltendem Applaus. Und man war sich einig: Gerne würde man alles, was Regula Odermatt-Bürgi herausgefunden hat, nachlesen können!

Rückblick: Die Hungerkrise von 1817

Die letzte grosse Hungerkrise schüttelte die Schweiz in den Jahren 1816/17. Um auf diese Zeit vor 200 Jahren zurückzublicken, organisierten der Historische Verein Nidwalden gemeinsam mit dem «Kulinarischen Erbe der Alpen» einen Erinnerungstag. Am Samstag, 11. Februar 2017, erfuhren rund 150 Interessierte auf einer Dorfführung durch Stans Wissenswertes und Kurioses rund um die Ernährung in jener Zeit. Danach genossen sie für 1.25 Franken eine Hungersuppe nach altem Rezept im Kapuziner Kloster. Und am Abend wurden rund 60 Personen mit einem Hungergelage aus der Küche der beiden Avantgardeköchinnen Rebecca Clopath und Elif Oskan verwöhnt.

Rückblick: Geschichte aktuell 2016

Unter dem Titel «Geschichte aktuell» organisierten Fabian Hodel und Brigitt Flüeler drei Begegnungen mit drei Journalisten von Radio und Fernsehen SRF, die Geschichte live miterlebt haben.

Am ersten Abend gab Peter Gysling, langjähriger Korrespondent für die Länder der ehemaligen Sowjetunion, Einblick in die aktuellen Entwicklungen und Probleme in Russland, in den Republiken im Kaukasus und in Zentralasien. Der zweite Abend gehörte Casper Selg, dem mehrfach ausgezeichneten Polit-Journalisten, Redaktionsleiter und Moderator des «Echo der Zeit» und auch Korrespondent in den USA und in Deutschland. Schwerpunkt seiner Ausführungen war der Wandel in der Medienwelt. Am dritten Abend sprach Werner van Gent über die Flüchtlingskrise und den Krieg in Syrien, deren Ursachen er in weit zurückliegenden historischen Fehlentscheiden ortete.

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Rückblick: Isabelle Kaiser - Hohepriesterin der Dichtkunst

Auf Einladung des HVN kehrte am 1. Oktober 2016 die einst international erfolgreiche Schriftstellerin und Dichterin Isabelle Kaiser in ihre Ermitage in Beckenried zurück. Isabelle, dargestellt von Maja Schelldorf und von Brigitt Flüeler über ihr Leben und Werk befragt, bezauberte das zahlreich anwesende Publikum.

Bei diesem Anlass präsentierte Raphael von Matt aus Stans seine Maturaarbiet den Comic «Der Chniriseppli» nach der Geschichte «Holi! ho! dia! hou!» von Isabelle Kaiser.

 

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